Greiz/Reudnitz im Frühling 2018

Unser Chorleiter Martin hatte ein strammes Programm für den 20. bis 22. April angekündigt, aber schon beim Start kam sein Plan ins Schwanken. 17 Uhr sollte uns der Charterbus abholen. Wir waren pünktlich am Alex zur Stelle, doch der Bus kam erst 90 Minuten später. Als wir gegen 22 Uhr in Reudnitz in der Christlichen Freizeitstätte ankamen, hat uns das freundliche Küchenpersonal noch ein Abendbrot serviert, aber die geplante Probe fiel ins Wasser.

 

Dafür war die Vormittagsprobe am Samstag umso intensiver. Vor allem unsere neuen Lieder (Go Down Moses, Lift Every Voice And Sing, MLK) und neue Textvarianten von bekannten Liedern wurden mehrmals geprobt, um noch vorhandene „Wackelpartien“ auszumerzen. 14 Uhr brachte uns unser Shuttle-Bus nach Greiz zur Marienkirche, wo 17 Uhr das Konzert beginnen sollte. Nach dem obligatorischen Einsingen in der restaurierten Barockkirche blieb noch Zeit für einen Stadtbummel in der thüringischen Kreisstadt.

 

Unser Konzertprogramm war auf den 50. Todestag von Martin Luther King zugeschnitten. Die informative Moderation führte das Publikum an die Hintergründe und Texte der englischsprachigen Spirituals und Gospels heran. Der Applaus und viele herzliche Dankesworte des sehr aufmerksamen Publikums belohnten uns für dieses Konzert.

 

Am Abend war „Party“ angesagt, denn zwei Chormitglieder feierten einen runden Geburtstag, und ein neuer Bass gab seinen Einstand. Bei dieser Gelegenheit wurden Stimmen laut, die Probenzeit am Sonntag zugunsten eines Frühlingsspaziergangs zu reduzieren. Beschlossen wurde deshalb, die Vormittagsstunden zum Proben und zum Wandern oder Erkunden der näheren Umgebung zu halbieren.

 

So schön kann der Frühling nur in einer ländlichen Gegend sein. Die Wiesen waren saftig grün, an den Wegesrändern blühte Flieder, in den Gärten Magnolien, Forsythien und Obstbäume. Nach dem Mittagessen bedankten wir uns noch mit einem Ständchen bei den sehr freundlichen Wirtsleuten und dem Küchenpersonal. Dieses gastliche Quartier samt der schönen Umgebung behalten wir in bester Erinnerung. 14 Uhr holte uns ein knallroter Bus ab und brachte uns wohlbehalten zurück nach Berlin.   

Barneveld/NL 2016

Die Verbindung zum holländischen Männerchor De Schaffelaar entstand 2013, als wir in der Christuskirche Oberschöneweide ein Gemeinschaftskonzert gaben. Da beide Chöre musikalisch und menschlich gut zueinander passten, blieb der Kontakt erhalten. In diesem Jahr bekamen wir eine Gegeneinladung zum 35-jährigen Jubiläum des Schaffelaar-Chores.

 

Am 22. Oktober fand die Jubiläumsfeier in der Bethelkirk in Barneveld in großer Besetzung statt: der Schaffelaar-Chor mit ca. 60 Sängern unter der Leitung von Natalie Goossens, der Paul-Robeson-Chor

mit ca. 40 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Martin Derday und ein Orchester mit ca. 20 Instrumentalisten. Nach der Begrüßung des Chorvorsitzenden, zwei Soli für Piano und Orgel und jeweils zwei Gesangsblöcken der Chöre erreichte das Konzert seinen Höhepunkt mit den Songs „Rhythm of life“ und „Awakening“. Es war ein großartiger Moment, als 100 Sänger und das Orchester ein Hoch auf das Leben und die Musik erklingen ließen. Auch beim anschließenden fröhlichen Beisammensein erwies sich der Schaffelaar-Chor als exzellenter Gastgeber.

 

Weil einige Chormitglieder noch nicht in Holland waren, entschieden wir uns - neben dem Gastkonzert - für die Besichtigung der Städte Amsterdam und Utrecht. Vor allem Amsterdam bot ein so vielfältiges Angebot an Grachtenfahrten, Stadtführungen, Museums- und Radtouren, dass der Tag viel zu schnell verging. Auch Utrecht war sehenswert – mit der Altstadt, ihren Gässchen und Grachten, dem 112 m hohen Domturm, der Domkirche und nicht zuletzt dem Klostergarten.